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25 Jahre Fairtrade

Fairer Handel verbindet Menschen in aller Welt. Deshalb erkennen Sie fair gehandelte Produkte jetzt weltweit an einem neuen, einheitlichen Siegel.

Der Faire Handel hat das Ziel, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern. Rund eine Million Bauern und Plantagenarbeiter mit ihren Familien in 48 Ländern profitieren vom Fairen Handel. Auf diese Weise können die Produzenten aus eigener Kraft ihr Überleben sichern und verdienen so Geld für eine verbesserte Umwelt, Bildung und medizinische Versorgung. Dies ermöglicht auch den Kindern eine bessere Zukunft.

 

Hannover, die FAIRTRADE-Stadt

Hannovers wurde in die Reihe der FAIRTRADE-Städte der Welt eingestuft und ist damit die erste FAIRTRADE-Stadt in Niedersachsen. Das Engagement der Stadt für den Fairen Handel hat Früchte getragen. Bereits seit Januar 2005 verwendet die Stadt nach einem entsprechenden Ratsbeschluss keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit. Und am 28. Mai 2009 ist der Rat einstimmig der „Millenniums-Erklärung zu nachhaltigem kommunalem Engagement“ beigetreten. Im fairen öffentlichen Beschaffungswesen hat das städtische Agenda21-Büro zudem kürzlich eine umfassende Richtlinie vorgelegt. So hat es auch nicht verwundert, dass sich Hannover als erste Kommune in Niedersachsen um den Titel „FAIRTRADE-Stadt“ beworben hat. Getreu dem Motto: „Wir handeln fair!“. Dieser Titel wird im Rahmen der Kampagne FAIRTRADE-Towns vergeben, die weltweit in 18 Ländern durchgeführt wird. Mittlerweile rund 795 Städte, darunter London, Brüssel, Rom, Kopenhagen San Francisco und Bristol, Hannovers englische Partnerstadt, sind dabei. In Deutschland wurde die Kampagne von Transfair e.V. im Januar 2009 gestartet. Nach eingehender Überprüfung wurde bei der Bewerbung von Hannover die Erfüllung aller fünf Kriterien für die Verleihung des Titels „FAIRTRADE-Stadt“ festgestellt.

Unser bundesweiter Versand von FAIRTRADE-Tees sowie unsere Start- und Vertriebshilfe bei dem hannoverschen Projekt der Berufsbildenden Schule aus Hannover (BBSH) haben zweifellos zu dieser Entwicklung ihren Anteil beigesteuert. Ausführlichere Informationen über die FAIRTRADE-Entwicklungen in Hannover erhalten Sie hier.

 

Wie funktioniert der faire Handel mit Tee?

Einen einheitlichen Marktpreis für Tee gibt es nicht; je nach Qualität, Anbauregion und Verarbeitungsmethoden gibt es extreme Preisdifferenzen. Im Fairen Handel werden jedoch Preise bezahlt, die mindestens die Produktionskosten decken.

Auf diesen kostendeckenden Preis kommt ein spezifischer Fairhandels-Aufschlag, der gezielt für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kleinbauern, Plantagenarbeiter und Pflückerfamilien verwendet wird. Dieses Geld wird in einen Fonds einbezahlt, über dessen Verfügung die Plantagenbelegschaft gleichberechtigt mitbestimmt. Ausführlichere Informationen über www.fairtrade/deutschland.de.

 

Welche Standards erfüllen die Produzenten?

Genossenschaften von Kleinbauern werden bevorzugt in das Produzentenregister aufgenommen. Um dies zu erreichen sind bei der FAIRTRADE Labelling Organizations International (FLO) gegenwärtig Betriebe und Plantagen registriert, die unter anderem folgende Bedingungen erfüllen:

• Sämtliche, in den jeweiligen Erzeugerländern geltende gesetzliche und tarifliche Mindest-Standards müssen eingehalten werden. Dies gilt besonders für Beschäftigungsgarantien und Höhe der Löhne, aber auch für betriebliche Sozialleistungen und Arbeitsschutzbestimmungen.

• Das Plantagenmanagement stellt der internationalen Kontrollebene FLO alle relevanten Daten zur Verfügung und erstattet regelmäßig über die Verkäufe zu fairen Bedingungen Bericht.

• Die Fairhandels-Aufschläge werden auf ein Sonderkonto abgeführt und dürfen nicht mit den Betriebseinnahmen vermischt werden.

• Es muss ein unabhängiges Komitee gebildet werden, dem Vertreterinnen und Vertreter der Belegschaft und des Managements angehören. Nur dieses Komitee kann über die Verwendung des Geldes der Mehrpreiszahlungen entscheiden.

 

Was müssen Importeure und Hersteller für das FAIRTRADE-Siegel tun?

Nur wer sich vertraglich verpflichtet, die FAIRTRADE-Standards einzuhalten und dies auch von der FLO-CERT GmbH kontrollieren zu lassen, darf seinen Tee mit dem FAIRTRADE-Siegel auszeichnen:

• Der Preis, der an die Erzeuger bezahlt wird, muss mindestens die Produktionskosten decken.

• Zusätzlich muss den Produzenten ein fixer Fairhandels-Aufschlag bezahlt werden, über den nur das Plantagenkomitee verfügen darf. Es werden je nach Teeart, Herstellungsverfahren und Größensortierung Aufschläge von 0,50 oder 1,00 Euro pro Kilo gezahlt.

• Auf Wunsch kann eine Vorfinanzierung gewährt werden.

• Es werden langfristige Abnahmeverträge angestrebt.

• Teeimporteure und -händler müssen Kontrollen von der FLO-CERT GmbH zulassen.

• Es ist eine Lizenzgebühr von 0,42 Euro pro Kilo Tee an TransFair zu bezahlen, bzw. 0,28 Euro pro Kilo für im Ursprungsland verpackten Tee. Diese Gebühr schmälert nicht das Einkommen der Produzentinnen und Produzenten, denn sie wird zusätzlich zu dem festgelegten Mindestpreis bezahlt.

 

Informationen zum Fairem Handel

1992 startete der gemeinnützige Verein TransFair seine Arbeit mit dem Ziel, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch den Fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern.

TransFair handelt nicht selbst mit Waren. Der Verein vergibt vielmehr sein Siegel für fair gehandelte Produkte. TransFair ist also keine Marke, sondern zeichnet Produkte mit seinem Siegel aus, die zu festgelegten fairen Bedingungen gehandelt wurden. Zu den Aufgaben gehört die Kontrolle der Fairhandelsregeln, das Siegelmarketing, die Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit.

Träger von TransFair sind 38 angesehene Institutionen aus den Bereichen Entwicklungspolitik, Kirche, Verbraucherschutz, Frauen Umwelt, Bildung und Soziales:

 

 

Was bedeutet fair?

Für jedes Produkt existieren international einheitliche Kriterien, dazu zählen:

 

Tee aus fairem Handel

Tee kommt in der Regel nicht aus kleinbäuerlichen Strukturen, sondern von verschieden groß angelegten Plantagen. Die Sorten- und Qualitätsvielfalt ist enorm. Dies bringt den Teeproduzenten wesentliche Vorteile. Der Tee wird als Endprodukt ausgeführt. Hinzu kommt, dass der Tee eines jeden Anbaugebietes seinen unverwechselbaren Charakter hat. Von Mischungen und Herstellung von Standardprodukten durch Importeure sind die Teeanbauer weniger betroffen und dadurch wesentlich weniger erpressbar.

Einen Darjeeling kann man nicht einfach durch einen Assam- oder Ceylon-Tee ersetzen und umgekehrt. Der Verbraucher verlangt nach dem Tee seiner Wahl. Praktiken wie auf dem Kaffeesektor sind nur eingeschränkt und bei minderwertigen Produkten der Fall.

Die Preise für Qualitätstees aus Indien, Sri Lanka und China sind relativ fest mit leicht steigender Tendenz.

40 Teegärten und neun Kooperativen beteiligen sich bislang am Fairen Teehandel.

Diese Kriterien wurden nun auch von anderen europäischen Fairtrade-Initiativen übernommen.

Im Jahr 2003 wurden gut 160 Tonnen TransFair-Tee in Deutschland verkauft und 130.000 Euro an Fairtrade-Aufschlägen an die Teepflücker und –pflückerinnen ausgezahlt. Bereits über 40 Schwarz- und Grüntees in Deutschland tragen das TransFair-Siegel. 70 Prozent davon stammen aus kontrolliert biologischem Anbau.

Laut dem TransFair-Bericht handeln 13 Firmen mit Tees aus Fairem Handel, von denen sieben auch Tees aus kontrolliert biologischem Anbau anbieten. Tee-Blatt ist in beiden Gruppen vertreten.

 

Wofür werden die Mehreinnahmen aus dem Fairen Handel verwendet?

Über die Verwendung der Erlöse aus dem Fairen Handel bestimmen die Produzenten selbst. Rund 800.000 Bauernfamilien und Plantagenarbeiter in circa 250 Kooperativen und Plantagen profitieren vom Fairen Handel mit dem Siegel. Neben der Deckung von Produktionskosten und der Sicherung des absoluten Existenzminimums, ermöglicht der Faire Handel darüber hinaus Investitionen in eine nachhaltige Zukunft. Aus den Mehreinnahmen erhalten die Bauern eine Einkommensverbesserung; darüber hinaus werden Schulen errichtet, Straßen gebaut, Kaufläden ausgestattet, in die Gesundheitsvorsorge, Bildung und den Umweltschutz investiert.

 

Wie funktioniert die Kontrolle?

Die Kontrolle der Einhaltung der TransFair-Kriterien erfolgt auf dreifache Weise, so dass der komplette Weg eines Produkts von der Herstellung bis zum Endverbraucher transparent und sicher fair ist:

1. Kontrolle der Produzenten durch Inspekteure der Dachorganisation FLO (Fair Trade Labelling Organizations International)
2. Kontrolle der Händler durch die Zertifizierungseinheit von FLO
3. Kontrolle der Lizenznehmer durch TransFair

Durch einen Abgleich der Zahlen wird kontrolliert, ob alle als „TransFair“ zertifizierten Waren auch tatsächlich fair bezahlt wurden, und ob die Mehreinnahmen den benachteiligten Produzenten in den südlichen Ländern zufließen.

FLO prüft und begleitet den Lern- und Verbesserungsprozess bei den Produzenten, denn nicht alle Kriterien sind von Beginn der Zusammenarbeit gegeben, sondern können von den Partnerorganisationen erst nach und nach erfüllt werden. Zunehmend werden die Kontroll- und Beratungsaufgaben von Mitarbeitern vor Ort durchgeführt. Neben den regelmäßigen Besuchen internationaler Fair-Handels-Experten in den Genossenschaften und Plantagen finden alle zwei Jahre Generalversammlungen von Vertreterinnen und Vertretern der Produzenten und Siegel-Initiativen statt.

Die Produzentengruppen melden alle Verkaufsabschlüsse, die zu Bedingungen des fairen Handels zustande kamen. Diese Daten werden mit den Angaben der Lizenznehmer abgeglichen, die vierteljährlich ihre Liefermengen und Aufkaufpreise auflisten.

 

Kontrolle der Produzenten durch FLO-Inspekteure

Alle zertifizierten Produzenten werden in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Dies erfordert gute Kenntnisse der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Produzenten und Arbeiter sowie deren kulturellen Lebensraums. Aus diesem Grund arbeitet FLO ausschließlich mit ortsansässigen Inspektoren, die regelmäßig geschult werden. Dieses Netzwerk hochqualifizierter Inspekteure ermöglicht es FLO, flexibel und schnell überall auf der Welt aktiv zu werden. Kontrolliert werden die Einhaltung der Fairhandelskriterien, die Verwendung der Mehreinnahmen durch den Fairen Handel und die Entwicklung der örtlichen sozialen Strukturen.

 

Kontrolle der Händler durch die FLO-Zertifizierungseinheit

Ex- oder Importeure, weiterverarbeitende Unternehmen und spezielle Fairhandelsverkäufer müssen regelmäßig ihre Verkaufszahlen an die FLO-Zertifizierungseinheit melden. Durch eine Kombination aus Überprüfungen und Abgleichen von Berichten, stichprobenartigen Kontrollen bei den Händlern vor Ort sowie externen Wirtschaftsprüfungen wird sichergestellt, dass die Erlöse der mit dem Siegel von TransFair verkauften Produkte tatsächlich den zertifizierten Produzenten zufließen.

 

Kontrolle der deutschen Lizenznehmer durch TransFair

Die Lizenznehmer – Einzel- und Großhändler sowie spezielle Fairhandelsverkäufer – verkaufen die zertifizierten Produkte an den Endverbraucher. Die Produkte müssen von autorisierten Händlern der FLO erworben werden. Um die Produkte mit dem TransFair-Siegel verkaufen zu dürfen, muss von TransFair eine Lizenz erworben werden. Die Einhaltung der Fairhandelskriterien wird von TransFair kontrolliert.

 

Betreuung der Produzentengruppen

Unabhängig von der Kontrolle und Zertifizierung hat FLO ein Betreuungsnetzwerk für Produzentengruppen eingerichtet: Das Producer Support Network (PSN). Dieses Netzwerk unterstützt sowohl Organisationen und Produzentengruppen, die bereits im Fairen Handel tätig sind, als auch benachteiligte Produzentengruppen aus Entwicklungsländern, deren Produkte erst noch zertifiziert werden sollen. In Zusammenarbeit mit Hilfs- und Spendenorganisationen versucht das Netzwerk, Produzenten in Notfällen zu Hilfe zu kommen, zum Beispiel bei Ernteausfällen durch Naturkatastrophen, oder sie bei der Vorbereitung für die Erfüllung der Fairhandelskriterien zu unterstützen.

 

Wie finanziert sich TransFair?

TransFair finanziert sich hauptsächlich aus Lizenzgebühren, die die Unternehmen für die Nutzung des TransFair-Siegels zahlen müssen. Zusätzlich erhält der Verein projektbezogene Zuwendungen. Außerdem zahlen die 40 Mitgliedsorganisationen einen jährlichen Mitgliedsbeitrag.

 

Die aktuelle Situation des fairen Handels

Im Jubiläumsjahr gibt es erfreuliches, aber auch unerfreuliches zu berichten. Der Bekanntheitsgrad von TransFair ist gestiegen, die Anzahl der Produkte mit dem Siegel des fairen Handels und deren Umsatz ebenfalls. Deutschland ist diesbezüglich jedoch hinter einigen anderen europäischen Ländern zurückgeblieben.

Während die Öffentlichkeitsarbeit in vielen Nachbarländern finanziell vom Staat unterstützt wird, muss sich TransFair Deutschland mit den bescheidenen Lizenzgebühren der Händler zufrieden geben, und diese so effektiv wie möglich für die Öffentlichkeitsarbeit einsetzen. Erfreulicherweise unterstützen inzwischen zahlreiche lokale Agenda-21-Büros im Rahmen ihrer öffentlichen Initiativen den fairen Handel im Rahmen ihrer Informationsarbeit.

Besonders dramatisch ist die Situation auf dem Kaffeemarkt. Der Weltmarktpreis ist auf einen historischen Tiefstand seit 30 Jahren gefallen. Die Produzenten erzielen aus dem Verkauf kaum die Hälfte ihrer Aufwendungen. In dieser Situation haben es die Anbieter von TransFair-Kaffee mit ihren festen und garantierten Einkaufspreisen besonders schwer, mit den unmenschlich niedrigen Discountangeboten gleichzuziehen. Bei manch einem Verbraucher könnte der Eindruck entstehen, die Fair-Trade-Anbieter würden kräftig zuschlagen. In Wirklichkeit liegt die Sachlage umgekehrt: Die Kaffeeanbauländer stecken wie so häufig in einem Teufelskreis von Überproduktion und Erpressung, und ein Aufatmen ist nicht in Sicht.

Was den Kaffeebauern immer wieder zum Verhängnis wird, ist die Tatsache, dass der Kaffee in der Regel als Rohprodukt verkauft wird. Der westliche Importeur mischt sein Standardsortiment aus verschiedenen Anbauländern zusammen, röstet sie und bringt sie auf den Markt. Er ist auf Produkte eines bestimmten Landes nicht angewiesen, da er durch Änderungen des Mischverhältnisses und Variationen im Röstverfahren sein Wunschsortiment stets erzielen kann. Würde ein Produzent auf die Idee kommen, ein paar Cent mehr pro Kilogramm zu verlangen, lässt man ihn solange links liegen, bis er reumütig zurückkommt und in seiner Verzweiflung jeden noch so niedrigen Preis hinnimmt, so dass er noch mehr produzieren muss, um nicht zu verhungern.

Teeproduzenten haben es wesentlich besser. Der Tee wird als Endprodukt ausgeführt. Hinzu kommt, dass der Tee eines jeden Anbaugebietes seinen unverwechselbaren Charakter hat. Von Mischungen und Herstellung der Standardprodukte durch Importeure sind die Teeanbauer weniger betroffen und dadurch wesentlich weniger erpressbar.

Einen Darjeeling kann man nicht einfach durch einen Assam- oder Ceylon-Tee ersetzen und umgekehrt. Der Verbraucher verlangt nach dem Tee seiner Wahl. Ähnliche Machenschaften wie auf dem Kaffeesektor ist nur eingeschränkt und bei minderwertigen Produkten der Fall.

Die Preise für Qualitätstees aus Indien, Sri Lanka und China sind relativ fest mit leicht steigender Tendenz.

 

Wie viele Firmen in Deutschland bieten TransFair-Tee an?

Laut dem TransFair-Bericht 2001 handeln 21 Firmen mit Tees aus fairem Handel, von denen weniger als die Hälfte direkt an Endverbraucher liefern. Tee-Blatt ist eine von ihnen.

Jedes Unternehmen, das sich vertraglich verpflichtet, die Richtlinien des fairen Handels einzuhalten, kann das TransFair-Siegel für die entsprechende Ware verwenden.

Unser Betrieb zählt zu den bundesweit wenigen Anbietern, die fair gehandelte Tees direkt an den Endverbraucher verkaufen und auch sonst vollkommen unabhängig sind (siehe www.transfair.org).

 

Fair einkaufen, unfair verkaufen –
Discounter und Fair Trade

Sowohl im Vorfeld als auch auf der Tagung der TransFair-Lizenznehmer am 12. September 2006 in Köln gab es massive und zum Teil sehr emotionsgeladene Kritik an der Zusammenarbeit zwischen TransFair und Discountern. Einige Lizenznehmer wollten dies auf keinen Fall hinnehmen. Die Mehrheit musste jedoch die Tatsache akzeptieren, dass TransFair e.V. keinen Unternehmer daran hindern kann, fair eingekaufte Ware in Umlauf zu bringen, zumal die selbe Einrichtung in der Vergangenheit wiederholt die Hoffnung hegte, dass der faire Handel sein Nischendasein verlässt und in die Supermärkte und Discounter Einzug findet.

Der schale Geschmack, dass Discounter grundsätzlich nichts mit Fairness verbindet und sie das Fair-Trade-Label nur als eine billige Werbeplattform betrachten, blieb jedoch. Aber auch die Hoffnung, dass sich auf diesem Wege auch ein Minimum an Fairness in die Geschäftspraktiken der Discounter hierzulande anbahnen lässt.

 

Hat sich diese Erwartung erfüllt?

Wohl kaum. Eine mehrstündige Dokumentation auf dem Fernsehsender Arte am 25. April 2007 unter der Überschrift „Discounter und ihre Methoden“ und weitere Beiträge in Printmedien wie Die Welt und Süddeutsche Zeitung zeugten nach wie vor von „skandalösen Zuständen“, „Profit auf Kosten der Mitarbeiter“, „Ausbeutung als Quelle des Gewinns“, „Druck auf Mitarbeitern“ und ihrer „Angst, den Job zu verlieren“, „nicht bezahlten Überstunden“ und im Bezug auf Lieferanten und Produzenten von „überragender Einkaufsmacht der Discounter“.

Nur in dem letztgenannten Punkt könnte TransFair hoffen, dass die „überragende Einkaufsmacht“ etwas zurückstecken muss, da bei der Festlegung der Einkaufspreise von Fair-Trade-Ware auch die TransFair-Einrichtungen einige Worte mitzureden haben. Was TransFair jedoch nicht verhindern kann, ist unsere vor einem Jahr geäußerte Befürchtung, dass Discounter die TransFair-Lizenzgebühren und -aufpreise indirekt aus der Lohntüte ihrer Mitarbeiter hierzulande bezahlen, so dass die Fair-Trade-Masche für sie nicht eine billige, sondern eine kostenlose Werbeplattform sein wird.

 

Alle sind fair, oder?

Unsere Bedenken, das sich viele Discounter wenig um Fairness scheren und die Fairtrade-Einrichtung für sie nur eine willkommene und billige Werbeplattform darstellt, hat sich im Verlauf des Jahres 2007 mehr als bewahrheitet. Kaum waren einige Unternehmer wegen eklatanter Verletzungen der Arbeitnehmerrechte in Verruf geraten, haben sie angefangen, verstärkt mit wenigen Fairtrade-Produkten zu werben und ihre Schaufenster mit übergroßen Fairtrade-Logos zu zieren, wohl wissend, dass die Fairtrade-Sparte bei ihnen einen winzigen Bruchteil des Gesamtumsatzes ausmacht. Hingegen macht der Anteil der Fairtrade-Waren bei den traditionellen Fairtrade-Betrieben 50 bis beinahe 100 Prozent aus.

Nach Recherchen zahlreicher Medien (unter anderem 3sat am 02.06.08, 20:15 Uhr) hat sich an den Geschäftspraktiken vieler Discounter auch sonst nicht viel verändert. Milliardenumsätze trotz Billigpreisen, hauptsächlich auf Kosten der einheimischen Mitarbeiter, die es sich nicht leisten können, den Job zu verlieren. Tariflöhne stehen auf dem Papier, finden aber dank nicht dokumentierter Überstunden nicht den Weg in die Lohntüte. Die bestbezahlten Dienstleister mancher Discounter sind ihre Anwälte.

Nein, wir sind über solche neue „Partner“ im Fairen Handel nicht glücklich, und den Umstand, dass der Absatz der Fairtrade-Artikel dadurch gestiegen ist, finden wir nicht zum Jubeln.

 

Was können wir / Sie tun?

Wir werden diese Umstände noch weiterhin im Auge behalten und überlegen, im Austausch mit unseren Mitstreitern, wie sich einte etwaige Beschädigung des Fairtrade-Prozesses abwenden lässt. Bis dahin hoffen wir auf den kritischen Blick der Verbraucher, indem sie das eine tun und das andere nicht lassen. Nach wie vor empfehlen wir, Waren mit dem Siegel des Fairen Handels den Vorzug zu geben, aber es nicht nur dabei zu belassen. Dort, wo ein berechtigter Eindruck besteht, dass Betriebe, die fair gehandelte Ware anbieten, die eigenen Mitarbeiter unfair behandeln, könnte man sie schriftlich um Auskunft ersuchen. Wenn die Firmenleitung sich regelmäßig mit Fragen konfrontiert sieht, die mit Bezugnahme auf ihre Fairtrade-Produkte auch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter in den Filialen thematisieren, wird dies gewiss nicht ohne Auswirkung bleiben. Der technische Fortschritt macht uns dies noch einfacher. Eine E-Mail oder ein Leserbrief ist im Nu geschrieben und verschickt.

Aus dem Jahresbericht 2007 von TRANSFAIR e.V. Deutschland

TransFair strebt als gemeinnütziger Verein nicht an, Gewinne zu erzielen. Alle Einnahmen werden zeitnah zur Erfüllung der satzungsmäßigen aufgaben eingesetzt. Sie setzen sich aus Lizenzeinnahmen, Zuschüssen und Mitgliedsbeträgen zusammen. Der Markterfolg der Fairtrade-Produkte führte 2007 zu einer Steigerung der Lizenzeinnahmen um 28 Prozent auf 1.882.416 €. Damit stellen sie 78 Prozent der Einnahmen dar. Die positive Entwicklung der Fairtrade-Produkte und die damit gestiegenen Lizenzeinnahmen führten dazu, dass TransFair seine Kernaufgaben selbst finanzieren konnte.

Der Umsatz 2007 betrug 2.405.942 € und ist damit um 18 Prozent höher als im Vorjahr. Die Steigerungsrate für Tee betrug etwas über 20 Prozent. Insbesondere die steigenden Lizenzeinnahmen verbunden mit einer sparsamen Ausgabenpolitik ermöglichten es, in der Bilanz eine Rücklage zu bilden, mit der vor allem die Aufgaben und Projekte im Bereich der Informations-, Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit sowie im Marketing und der Promotion des Siegels fortgesetzt werden können. Die Rücklage ist somit eine notwendige Vorsorge für die Zukunft.

Die Fairtrade-Jahresbilanz 2007 macht deutlich: Konsumentinnen und Konsumenten haben höhere Ansprüche. Attribute wie bio, aus Fairem Handel und aus nachhaltiger Produktion beeinflussen die Kaufentscheidung mehr und mehr. 75 Prozent der Fairtrade-Produkte stammten 2007 aus kontrolliertem Bioanbau. In Deutschland kennen 42 Prozent das Fairtrade-Siegel.

Im Jahr 2007 setzte TransFair den erfolgreichen Kurs der vergangenen vier Jahre fort. Der Absatz der Fairtrade gesiegelten Produkte stieg um 33 Prozent auf 24.000 Tonnen. Verbraucherinnen und Verbraucher kauften Fairtrade gesiegelte Waren im Wert von 142 Millionen Euro – ein Anstieg um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Von diesem Erfolg profitieren insbesondere die zertifizierten Produzentenorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika, die allein über den deutschen Markt über 21 Millionen Euro Direkteinnahmen erhalten haben.

 

Presseschau

Es gibt kaum ein Nachrichtenmedium, das nicht positiv über TransFair berichtet hat. Dazu zählen Der Spiegel, Die Zeit, Die Welt, FAZ, Tagesspiegel, Focus, Brigitte, Witschaftswoche, Handelsblatt usw.

So schrieb z. B. der Spiegel: "Unabhängige Ökonomen halten das in mehreren westeuropäischen Ländern praktizierte TransFair-Konzept (...) für sinnvoll. In keiner der vielen Studien, sagt Hans-Joachim Timm vom Hamburger Wirtschaftsforschungsinstitut HWWA, seien bislang Zweifel am sozialpolitischen Nutzen der Idee aufgekommen."

 

TransFair und die Öffentlichkeit

Es ist kaum möglich, die vielfältige positive Resonanz der TransFair-Arbeit in diesem Rahmen wiederzugeben, daher weisen wir gerne auf die Homepage von TransFair (http://www.transfair.org/) hin.

An der Spitze der Unterstützer des fairen Handels die ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, Roman Herzog und Richard von Weizsäcker.

 

Weitere Stimmen zu TransFair

"Es ist von großer Bedeutung für die Produzenten in den Ländern der 'Dritten Welt', dass sie einen angemessenen Lohn für ihre Arbeit bekommen. Ich hoffe deshalb, dass das TransFair-Siegel sich bald auf vielen Waren durchsetzen möge." (Richard von Weizsäcker)

"Ich wünsche mir, dass die Idee des fairen Handels Allgemeingut wird in Deutschland." (Roman Herzog)

"TransFair bietet eine ideale Möglichkeit, aktiv zu werden. Denn als Verbraucherinnen und Verbraucher haben wir es beim täglichen Einkauf selbst in der Hand, die sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen der (Welt-)Wirtschaft zu verändern." (Antje Vollmer)

"Damit wird die Welt nicht von heute auf morgen gerechter und besser. Aber TransFair macht Hoffnung, dort und hier. Und die können wir brauchen." (Erhard Eppler)

"So geht beim Genuss von Kaffee, Tee oder Schokolade mit dem TransFair-Siegel nicht nur Liebe, sondern auch Gerechtigkeit durch den Magen." (Roshan Dhunjibhoy, Journalistin)

 

Neues Fair-Trade-Siegel

Die weltweit im fairen Handel tätigen Initiativen haben sich erfreulicherweise auf ein gemeinsames Logo geeinigt.

TransFair Deutschland führt das neue Logo im Frühjahr 2003 ein. Wir begrüßen dies sehr und hoffen, dass damit die Verbraucher künftig nicht so leicht durch die zahlreichen Als-Ob-Initiativen und ihre Siegel irregeführt werden.

 

Weitere Informationen über TransFair erhalten Sie bei: TransFair e. V., Remigiusstr. 21, 50937 Köln, Tel.: 0221 / 9420400, Fax: 0221 / 94204040, www.fairtrade-deutschland.de


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